Buchholzmühle

 

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Die Buchholzmühle

Das Dorf Buchholz wurde erstmalig 1403 erwähnt. Es wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhundert wüst. Auf der Stelle des wüst gewordenen Dorfes entstand später das Vorwerk Buchholz, welches zur Domäne Strohwalde gehörte. 1456 wurde erstmalig die Mühle erwähnt. Die Buchholzmühle war eine Mahl- und Schneidemühle mit drei künstlichen Teichen. Anfang 1995 wurde hier ein neues Wasserrad eingebaut.

Seit dem hohen Mittelalter besaß in der Regel der Landesherr die Mühlen. Sie wurden als Lehn oder in Erb- bzw. Zeitpacht vergeben. Zur Versorgung der Stadtbevölkerung mit Nahrung, Kleidung und Gebäuden arbeiteten außerhalb der Stadtmauer zunächst 7 so genannte Bachmühlen als Mahl, Walk, und Scheidemühlen. Kirchlich waren sie nach Gräfenhainichen eingepfarrt und hatten jeweils ½ Scheffel Korn zum Pfarreinkommen beizusteuern.

In den Kirchenvisitationsprotokollen wurden die Mühlen bereits1531 erwähnt und 1555 namentlich aufgeführt: Müller zum Buchholz, zum Birnbaum, zum Vogelgesang, im Burgstall, zu Steingruben, in der Fahrung und im Dorf Mescheide. 1617 ist die Zahl der leider nicht genannten Mühlen auf 13 gestiegen. Sie wurden nach 1557 errichtet und zu ihnen gehörten wohl die (Teich-) Dammühle, die Breitewitzer, Niebicker und Großgadewitzer Mühle, die letzter wurde später in Furtmühle umbenannt.

Im Rahmen der preußischen Städteordnung von 1832 wurden die meisten dieser Mühlen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts nach Gräfenhainichen eingemeindet.

Die Stadtmühle (früher Schloß-, später Ratsmühle) wird bereits 1403 in einem Lehnbrief für Klaus Hertwig in Gräfenhainichen genannt, in dem dieser unter anderem auch Zins erhielt. Nach dem Zinsregister 1466 ist er verpflichtet 72 Scheffel Korn und zwei Schweine zu zahlen. Nach einer durchgeführten Schätzung war Friedrich Seiler, Müller im Stadtbezirk "Altes Schloß" , mit einem Vermögen von 6800 Reichstalern der reichste Bürger in Gräfenhainichen.

Die Buchholzmühle wird zum ersten mal 1456 in einem Lehnbrief für Andreas Deinhardt genannt. Ab 1504 wird die Mühle zur Hälfte an seine Frau Gertraud verschrieben.

Die Hainmühle wurde erstmals im Zinsregister 1466 als "dy mole in dem borchstall" mit zwei Wispeln Roggen und 14 alten Groschen erwähnt. In der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts wird mehrfach die Steingrubenmüllerfamilie Schwebe genannt. Sie gehört zu den Gräfenhainichener Vorfahren der Hedwig Courths-Mahler.

In den Kirchenvisitationsprotokollen wird die Fahringsmühle 1555 als "Müller in der Farrung" und 1575 als "Farnigkmoller" erwähnt. Von 1740 bis etwa 1815 ist ein Vertreter der bekannten Gräfenhainichener Ziemer-Familie Erb- und Eigentumsmüller der Fahringsmühle.

Die Mescheider Mühle wird im 16./17. Jahrhundert in den Kirchenvistationsprotokollen als eine der 7 Bachmühlen genannt.

Einige Mühlen haben im Laufe der Zeit ihren Namen gewechselt. Die Vogelgesangsmühle, als deren Pächter in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts Hans und Georg Göpel als Müller zum erwähnt werden, erhielt nach einem späteren Besitzer den Namen Vehsenmühle. Die 1840 Genannte Furtmühle erscheint noch 1832 als Großgadewitzer Mühle. Die Dammmühle ist durch Verkürzung aus Teichsammühle entstanden. Gelegentlich findet man auch die Bezeichnung Niebicker Damm-Mühle.

Die zwischen Gräfenhainichen und Strohwalde gelegene Bockwindmühle wurde 1848 von Roitzsch nach hier umgesetzt und bis 1963 mit Windkraft zuletzt vom Mühlenbäcker Kersten betrieben. Als eingängige Bockwindmühle des Claußenschen Konstruktionsprinzips wurde dieses technische Denkmal 1992 restauriert.

Logo des Bitterfelder Kreisblattes von 1848

Rechts sehen Sie die Bekanntmachung
über den Bau der Mühle.
(Quelle Bitterfelder Kreisblatt, 6.Mai 1848)

Bekanntmachung über den Bau der Mühle
Die Mühle heute Das ist die besagte Mühle heute.

Durch den technischen Fortschritt wurden die Bachmühlen als Produktionsbetriebe verdrängt. Die Gebäude der Buchholz-, Birnbaum-, Vehsen-, Hain- und Fahringsmühle dienen heute fast ausschließlich Bohnzwecken. Durch den Braunkohlentagebau (Damm-, Furt- und Steingrubenmühle) und aus anderen Gründen (Stadtmühle, Mescheider, Breitewitzer und Niebicker Mühle) ist die Hälfte der Mühlen vollständig verschwunden.


Mühltal (Bachverlauf der "Bleiche" von der Buchholzmühle nach Gräfenhainichen)

Der Bach hat zwei Namensbezeichnungen. Es gibt Leute, die nennen ihn "Bleiche", weil die Anlieger an den Ufern ihre Wäsche in der Sonne bleichen ließen. Andere nennen ihn aber "Mühlenbach".

Das Quellgebiet dieses Baches ist in der Nähe der Buchholzmühle und die Wasserräder von noch drei weiteren Mühlen wurden angetrieben.

Birnbaummühle:

Die Birnbaummühle war eine Mahl- und Schneidemühle. Seit 1555 ist diese im Pfarreinkommen von Gräfenhainichen erwähnt. Im Vorgarten der Mühle sind heute noch Reste von alten Mahlsteinen zu sehen.

Vehsenmühle:

Früher hieß diese Mühle "Vogelgesangmühle". Nach dem früheren Besitzer Vehse erhielt die Mühle ihren derzeitigen Namen. Die Vehsenmühle ist eine ebenfalls eine Mahl- und Schneidemühle und wurde im Jahr 1555 erstmalig erwähnt.

Hainmühle:

Seit 1446 erwähnt als "Mühle im Burgstall". Sie gehörte zuerst als "Burg- oder Schlossmühle" zum Hause Gräfenhainichen. Die Hainmühle war auch eine Mahl- und Schneidemühle wie die anderen drei, die mit Wasserkraft angetrieben wurde. Es wurde hier Korn gemahlen und am Sägegatter Holz aus der Dübener Heide geschnitten.

Entlang dieser vier Mühlen führt der Naturlehrpfad "Mühlenweg".

 

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Stand: 05.10.07